Der Abgasskandal in der Automobilbranche, mit Rückstellungen bis zu 18 Milliarden US $, ist ein weiteres Beispiel für mangelnde Transparenz von unternehmerischen Entscheidungsstrukturen. Das Vertrauen der Anleger, Mitarbeiter und Kunden zurück zu gewinnen, bedarf eines strukturierten Programms, insbesondere im Rahmen der Etablierung von Governance-Strukturen.

In der Vergangenheit wurde das Thema Corporate Governance unterschiedlich aufgefasst und umgesetzt. Intransparente Strukturen, verursacht durch interne Entscheidungsketten, die sich einerseits an unternehmensspezifische Anforderungen ausrichten und ferner dem reinen Anspruch rechtlicher Vorgaben genügen müssen. Vor allem für international agierende Unternehmen, wurden singuläre Strukturen aus den Linienfunktionen herausgetrieben. Bei Entscheidungen wurde oftmals das operative Ergebnis pragmatisch von unten nach oben rapportiert. Historisch wurden nachträgliche Projektergebnisse oder organisatorische Situationen, quantitativ aufbereitet und das Management nachträglich in Kenntnis gesetzt. Ein reaktiver Prozess mit Tunnelblick für die eigene Sache, führte  oft zu nachträglich erforderlichen Korrekturmaßnahmen. Im Extremfall zu Schadensersatzkompensationen, da Entscheidungen nicht nachvollziehbar oder gegen Richtlinien getroffen wurden.

Unübersichtliche Konzernstrukturen führen zu geringer Transparenz und ambivalenten Überschneidungen von Verantwortlichkeiten. Entscheidungen werden dabei nicht auf den richtigen oder zu vielen Schultern verteilt. Die Resultate dieser aus der Situation getriebenen Prozesse, führen zum Reputationsverlust von international ansässigen Unternehmen und fügen ihnen finanzielle Schäden zu. Aktuelle Beispiele innerhalb der Bankenbranche haben Rückstellungen in Milliarden Höhen gebildet, um den jetzigen sowie zukünftigen Rechtstreitigkeiten Rechnung zu tragen. Klärende interne Analysen zur Aufbereitung vergangener Entscheidungen, liefern im Ergebnis oftmals nicht die erforderliche Transparenz.

 

Ein Ansatz der sich lohnt: Etablierung von Top-Down Entscheidungsstrukturen um proaktive sowie toolgestützte Entscheidungen zu steuern

 

Strafzahlungen aufgrund Intransparenz und Verstöße gegen lokale sowie internationale Gesetze zwingen zum strategischen Umdenken. Unternehmen treiben aus einer Stabsfunktion heraus, in Zusammenarbeit und mit dem Verständnis der verschiedenen Abteilungen, Corporate Governance Strukturen. Diese werden nun Top-Down festgelegt. Der hieraus ermöglichte holistische Ansatz unterstützt bereichsübergreifende Entscheidungsstrukturen, mit klaren Kommunikationsketten. Im Vorfeld integrierte Steuerungselemente, unter Berücksichtigung verschiedener Risikofaktoren, verringern potentielle Risiken, sowie Kosten und schaffen Übersicht über Zuständigkeiten. Eine erhöhte Vernetzung von Verantwortlichkeiten führt zu einer erwünschten Transparenz, die unter anderem positive Auswirkungen auf das „Business as Usual“ (BAU = Tagesgeschäft) sowie Projekt Timelines ausübt. 

Dieses Resultat kann ohne eine zeitnahe Einbindung der IT Funktionen nicht garantiert werden. Als bereichsübergreifende Funktion, ist die IT das „Mittel zum Zweck“ und muss daher im Entwicklungsprozess einbezogen werden.

 

Fazit:

 

Dass Entscheidungen im Interesse der Eigentümer und in Einklang mit dem Gesetz laufen, verbleibt eine Herausforderung, allerdings eine, die mit entsprechenden Prozessen sowie IT steuerbar wird.

Eine im Vorfeld saubere Etablierung von Prozessen erspart eine Schadenskompensation. Dies sollte durch Toolunterstützung sowie Risikoreduktion zu den gewünschten Kostenersparnissen führen. Ein top-down Lösungsansatz erfordert die strategische Ausrichtung aller Prozesse sowie deren IT gestützte Umsetzung. Rückstellungen für Schäden werden durch das Aufsetzen von Reporting- und Entscheidungsstrukturen kontrollierbar. Das Verlangen nach Transparenz, übersichtlicher Berichterstattung und unabhängigen Entscheidungsträgern sowie Einführung einer professionellen Dokumentation mit Unterstützung von innovativen technischen Lösungen, ist eine Antwort auf dieses Problem.